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Im August ist ein dreiköpfiges Team bestehend aus Dr. Alexander Aslani, Chefarzt der Abteilung für Plastische Chirurgie im Krankenhaus Quiron Malaga und Inhaber der Cirumed Clinic Marbella, Dr. Stefanie Hofmeier, Anästhesistin aus Murnau (Deutschland) sowie OP-Schwester Jeannine Aslani nach Mysore, Bangalore, Südindien gereist.
Ziel dieses von INTERPLAST Deutschland unterstützten Einsatzes war es Kindern, großteils mit Geburtsfehlbildungen, Verbrennungsfolgen und Lippen-Kiefer-Gaumenspalten, durch rekonstruktive Chirurgie Erleichterung von Entstellung und Funktionsbehinderung zu verschaffen.
Operiert wurde im Mission Hospital, einem über 100 Jahre alten Armenkrankenhaus in Mysore, errichtet noch in englischer Kolonialzeit. Initiiert hatte den Einsatz Daniela Hartmann, Cousine von Dr. Aslani, die seit nunmehr fast 10 Jahren in einem Kloster in Indien als ehrenamtliche Lehrerin arbeitet und sich über Ihren Verein “Kleine Mönche“ engagiert. Das Elend der Kinder hat ihr keine Ruhe gelassen, und sie hat sich bereits vor 2 Jahren an Dr. Aslani gewandt. Damals ging es um die Korrektur verschiedener Verbrennungskontrakturen bei einem Mädchen das sich an einer umstürzenden Kerosinlampe verbrannt hatte. Das Mädchen heißt Lingamma, und nach ihr wurde das Projekt benannt. Der Plan war ursprünglich das Mädchen nach Spanien zu bringen und sie hier zu operieren. Relativ schnell war klar, dass die Addition von spanischer und indischer Bürokratie und das Fehlen eines Reisepasses dies unmöglich machen würde.
Daher hat sich Dr. Aslani nach Möglichkeiten erkundigt, in Indien zu operieren. Daniela sowie das Mission Hospital haben daraufhin Patienten, vor allem mit ausgedehnten Verbrennungsfolgen sowie Lippen-Kiefer-Gaumenspalten, in einer Sprechstunde über 3 Tage gepoolt. „Die Administration war nicht ganz einfach“, so der Plastische Chirurg, „ich habe die indische Bürokratie initial völlig unterschätzt.“ Abhilfe schaffte ein ansässiger Plastischer Chirurg, Dr. Jayaram, der dem Team durch eine offizielle Einladung das Überwinden der bürokratischen Hürden doch gewaltig erleichtert hat. Nächste Ungewissheit waren die örtlichen Gegebenheiten. „Das Krankenhaus war wesentlich besser als ich das erwartet habe“, so Dr. Aslani. „Und Dr. Jayaram hat es soviel Spaß gemacht, dass er gleich kräftig mit angepackt hat.“. Auch Anästhesistin Dr. Hofmeier, Oberärztin für Anästhesie in der BG-Klinik Murnau, war von den Gegebenheiten begeistert. „INTERPLAST hat mich relativ kurzfristig informiert, dass Dr. Aslani für den Einsatz noch einen Anästhesisten benötigt. Die Kollegen waren klasse. Die haben den ganzen Dienstplan umgeschrieben, damit ich mir die 2 Wochen Urlaub nehmen kann. Die Unterstützung durch die Anästhesisten vor Ort war hervorragend.“
Dr. Aslani und sein Team wollen jetzt jedes Jahr nach Indien fliegen und aus der Mission eine regelmäßige Institution machen.
„Der erste Einsatz“, so Dr. Aslani, „ist erfahrungsgemäß immer der schwerste. Aber es hat sehr gut geklappt. Jeder Einsatz dieser Art hat beim ersten Mal ein paar Kinderkrankheiten, aber wir rechnen beim nächsten Mal mit der etwa 5 fachen Patientenmenge, d.h. über 150 OP´s. Wir haben schon jetzt 30 Fälle für nächstes Jahr und derzeit bemühe ich mich noch einen 2. Chirurgen zu finden, da ich das alleine gar nicht schaffe.“
Jeannine Aslani, die sich um die Nachsorge der Patienten gekümmert hat, freut sich besonders über Materialspenden. „Wir benötigen vor allem Antibiotika und Verbandmaterialien. Zwar haben uns vor allem viele lokale Apotheken sehr großzügig unterstützt, aber das Material war nach wenigen Tagen aufgebraucht. Wir hoffen besonders im Umkreis von Marbella auf Sponsoren die unser Projekt in Zukunft diesbezüglich unterstützen.“ Diesbezüglich geht der besondere Dank des Teams an die deutsche Formel-Rennfahrerin Jackie Weiss, die sie Sponsorensuche für das Projekt sehr engagiert unterstützt hat. Sie hat auch die „Patenschaft“ für eines der Kinder übernommen. |